C/2020 F3 NEOWISE - ein mit bloßem Auge sichtbarer Komet im Sommer 2020

Komet C/2020 F3 war 27. März 2020 mit dem Weltraumteleskop des Near-Earth Object Wide-field Infrared Survey Explorer (NEOWISE) entdeckt worden und erhielt deshalb den Entdeckernamen NEOWISE. In den ersten Julitagen sollte er eine Helligkeit der ersten Größenklasse erreichen und mit bloßem Auge in der Morgendämmerung sichtbar werden. In dieser Zeit war es jedoch zunächst in der zweiten Nachthälfte immer bewölkt.

Am Abend des 10. Juli meldete André Heinze aus Starkenberg per WhatsApp eine erste Sichtung mit Handyfoto vom Kameradisplay.

Gute Beobachtungsbedingungen gab es dann am Morgen des 12. Juli. Der Komet war in der Morgendämmerung sehr gut mit bloßem Auge zu sehen. Bei der großen Helligkeit war es sogar möglich, den Schweifstern mit ans Okular eines 15cm-Dobson gehaltener Kamera zu fotografieren. (Bild: Frank Vohla).

Freihandaufnahmen am Himmel waren auch möglich, wobei wegen der begonnenen Dämmerung die Lichtverschmutzung am Beobachtungsplatz in Leipzig Altlindenau nicht störte.

Auf einer langbrennweitigen Aufnahme von André Heinze vom 14. Juli sind in Komanähe Details des Schweifes zu sehen.

Am Abend des 15. Juli gelangen Adreas Lawrenz stimmungsvolle Fotos. Hier zwei davon.


Am 18. Juli hatte die Helligkeit schon deutlich nachgelassen. Einfache Freihandfotos reichten aber immer noch aus, um den Kometen zu dokumentieren, wie auf dem Bild von Adriana Grunow aus Langenleuba-Niederhain zu sehen ist.

Wegen der nachlassenden Helligkeit wurde zum Stacking übergegangen. Auf diesem Bild, das Torsten Brandt bei Gerstenberg aufnahm, ist der blaue Ionenschweif schön zu sehen. Die Aufnahmen stackte er mit Sequator.

Der Komet am Abend des 21.7.2020 über Leipzig (24 Aufnahmen a 30s von Frank Vohla, gestackt mit Deep Sky Stacker)
Der Ionenschweif ist angedeutet. Bei diesem Bild wurden Sterne und Komet getrennt gestackt. Dadurch enstanden keine Strichspuren.

Zum Vergleich ein Bild, das nur auf den Kometen gestackt ist. An den Sternspuren ist gut zu erkennen, wie sich der Komet während der halbstündigen Aufnahmeserie bewegt hat.

Zwei Tage später hatte die Helligkeit um ungefähr eine halbe Größenklasse abgenommen. Die Aufnahmebedingungen waren ähnlich (22 Bilder gestackt).

Beim Stacken ging die Farbe der Koma verloren. Auf einer Einzelaufnahme ist die Türkisfärbung gut zu erkennen.


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